Schwung im Wasserhindernis

Frage:

Im Wasserhindernis an Loch 14 hat der Spieler bei einem Übungsschwung einige lange Gräser berührt. Was sagen die Regeln dazu?

Antwort:

Der Begriff „Wasserhindernis“ wird in den neuen Regeln durch gelbe und rote „Penalty Areas“ ersetzt. Gleichzeitig sind viele Einschränkungen entfallen, d.h. dass für einen Ball in der Penalty Area die Regeln für einen Ball im Gelände gelten.

Nach Regel 8.1 darf der Spieler zwar keine wachsenden natürlichen Gegenstände bewegen, biegen oder brechen, aber dies ist straflos, wenn

  • er dadurch nicht die Bedingungen, die seinen anschließenden Schlag beeinflussen, verbessert (Regel 8.1a), oder
  • wenn er das Gras vor dem Schlag in seine ursprüngliche Position zurückbringt (Regel 8.1c(1).

Ball nahe am Biotop

Frage:

Ein an der Bahn 4 gespielter Ball landet unterhalb des Damenabschlags von Bahn 3, knapp außerhalb des Biotops. Um den Ball als Rechtshänder in Richtung Grün zu schlagen, müsste der Spieler ins Biotop treten. Wie ist zu verfahren?

Antwort:

Das Biotop ist enstprechend unseren Platzregeln a) Penalty Area und b) Spielverbotszone.

Nach Regel 16.1f darf ein Ball nicht gespielt werden, wenn er

  • in einer Spielverbotszone liegt – Regel 16.1f(1), oder
  • zwar außerhalb des Biotops liegt, aber Stand oder Schwung des Spielers durch die Spielverbotszone beeinträchtigt sind – Regel 16.1f(2).

Der Spieler muss straflos Erleichterung nach Regel 16.1b nehmen, d.h. den Ball innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, allerdings nicht näher zum Loch, droppen.

    Ball im Bunker identifizieren

    Frage:

    Der Ball eines Spielers liegt im Bunker etwas eingebettet, so dass der Spieler nicht ohne Weiteres erkennen kann, ob es sich um seinen Ball handelt. Wie ist die korrekte Vorgehensweise?

    Antwort:

    Nach Regel 7.1a darf der Spieler bei dem Versuch, seinen Ball zu finden oder zu identifizieren, Sand bewegen, aber er muss nach Regel 7.1b die ursprüngliche Lage des Balles wieder herstellen, darf aber einen kleinen Teil des Balls sichtbar lassen, wenn der Ball mit Sand bedeckt war.

    Spielt der Spieler den Ball, ohne die ursprüngliche Lage des Balles wiederhergestellt zu haben, zieht er sich die Grundstrafe zu (Lochspiel: Lochverlust, Zählspiel: 2 Strafschläge).

    Bunkerspuren beseitigen

    Frage:

    Der Spieler schlägt einen Ball im Bunker; der Ball landet 10 m weiter im gleichen Bunker. Darf der Spieler seine Spuren in dem Bereich beseitigen, in dem er seinen Schlag gemacht hat, bevor er den Ball ganz aus dem Bunker hinausgespielt hat?

    Antwort:

    Ja. Nach Regel 12.2b(2) darf der Spieler den Bunker zum Zweck der Platzpflege einebnen, auch bevor er einen Ball im Bunker schlägt. Allerdings darf der Spieler dabei nicht den Sand absichtlich mit der Harke berühren, um den Zustand des Sandes zu prüfen und dadurch Hinweise für seinen Schlag zu erhalten – Regel 12.2b(1).

    Auch wenn der Ball aus dem Bunker ins Aus gespielt wurde (und der Spieler demnach einen Ball an der gleichen Stelle fallen lassen muss, von der er den Ball ins Aus gespielt hat), darf er vor dem Fallenlassen des neuen Balls seine Spuren einebnen  – Regel 12.2b(3).

    Neuen Ball für verlorenen Ball einsetzen

    Frage:

    Spieler A spielt auf Bahn 8 seinen Abschlag so, dass der Ball (A) links etwa 1 m im Rough landet. Seine Mitbewerber geben an, dass sie die Stelle gesehen haben, an der der Ball zur Ruhe gekommen ist, und glauben, den Ball finden zu können. Tatsächlich wird der Ball aber innerhalb der erlaubten Suchzeit von 5 Minuten nicht gefunden. Der Spieler lässt einen anderen Ball (B) im Semirough nahe dem Bereich fallen, in dem der ursprüngliche Ball vermutet wird.

    Welche Schlagzahl hat der Spieler nach dem Schlag nach dem neuen Ball?

    Antwort:

    Der Spieler hat gegen Regel 18-2b verstoßen. Danach ist ein Ball verloren, der nicht innerhalb von 3 Minuten (gerechnet ab dem Beginn der Suche) gefunden wird. Der Spieler muss mit einem Strafschlag einen neuen Ball so nahe wie möglich von der Stelle spielen, von der der ursprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde. Da der Spieler dieses Verfahren nicht eingehalten hat, zieht er sich zwei Strafschläge zu wegen Spielens vom falschen Ort – Regel 14.7a.

    Wenn der Spieler den Fehler nicht berichtigt (indem er vom richtigen Ort spielt, nämlich der Stelle des ursprünglichen Schlages), war er der Meinung, dass kein schwerwiegender Verstoß gegen die Regeln vorlag, er sich also keinen erheblichen Vorteil verschafft hat. Die Entscheidung hierüber liegt aber bei der Spielleitung:

    • Ist die Spielleitung der Meinung, es handele sich um einen schwerwiegenden Verstoß, ist der Spieler disqualifiziert.
    • Andernfalls zählt das Ergebnis, das mit diesem Ball erzielt wurde; der Spieler hat also insgesamt 4 Schläge (1 = Abschlag, 2 = Schlag nach dem eingesetzten Ball, 3 und 4 = Strafschläge).

    Ball auf das Loch ausrichten

    Frage:

    Häufig kann man beobachten, dass ein Spieler auf dem Grün seinen Ball so ausrichtet, dass eine serienmäßig vorhandene – oder auch nachträglich mit Filzschreiber aufgebrachte – Beschriftung oder Markierung in Richtung Loch zeigt. Dabei wird der Ball nur gedreht, aber nicht aufgenommen, gekennzeichnet oder in seiner Lage verändert. Ist dies erlaubt?

    Antwort:

    Sofern der Ball vorher markiert wird, ist das Ausrichten straflos, da auf dem Grün der Ball aufgenommen und zurück gelegt werden darf – Regel 13.1b

    Andernfalls hat der Spieler den ruhenden Ball absichtlich berührt und sich nach Regel 9.4b einen Strafschlag zugezogen.

      Ball an der Ausgrenze

      Frage:

      Ein Ball liegt auf der Ausgrenze nahe des Pfostens, der das Aus markiert. Ist der Ball im Aus und wenn nicht, darf der Auspfosten bewegt werden, wenn er den Schwung behindert?

      Antwort:

      Zu den Golfregeln gehören nicht nur die Regeln 1 bis 24, sondern auch die Definitionen. Nach der Definition „Aus“ verläuft die Ausgrenze entlang der platzseitig vorderen Kante der Auspfähle. Wenn der Ball diese Linie vollständig überschritten hat, liegt er im Aus.

      Auspfähle sind keine Hemmnisse, sondern gelten als unbeweglich. Demnach dürfen sie nicht herausgenommen werden.

      Ball im überfluteten Bunker

      Frage:

      Der Ball liegt in einem Bunker, der voller Wasser steht. Welche Erleichterung darf ich nehmen?

      Antwort:

      Sofern nicht eine Platzregel anderes bestimmt, darf der Spieler straflose Erleichterung nach Regel 16.1c in Anspruch nehmen, allerdings müssen der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung und auch der Erleichterungsbereich im Bunker liegen. Ist keine vollständigeErleichterung möglich, darf der Spieler die Stelle der größtmöglichen Erleicherung als Bezugspunkt verwenden.

      Alternativ darf der Spieler mit einem Strafschlag außerhalb des Bunkers Erleichterung nehmen; Bezugspunkt ist dabei ein vom Spieler gewählter Punkt auf der gedachten Linie von der Fahne durch die Stelle, an der der Ball ursprünglich im Bunker lag, allerdings nicht näher zur Fahne.

      Ball von Bahn 10 auf Bahn 11/14 gerollt

      Frage:

      Ein auf der Bahn 10 zu weit geschlagener Ball rollt über die Straße und bleibt hinter dem Zaun zwischen der Straße und den Bahnen 11/14 liegen. Darf er von dort zurück auf das Grün der Bahn 10 geschlagen werden? Darf dazu das bewegliche Tor im Zaun geöffnet werden?

      Antwort:

      Laut Defintion ist ein solcher Ball nicht im Aus, denn die Bahnen 11 und 14 gehören zum Platz. Entscheidend ist immer die Lage des Balls, nicht der Weg dorthin. Der Ball ist weiter „im Spiel“ und darf straflos zurück gespielt werden.

      Ein Tor in einem Aus-Zaun, wie es sich z.B. am Eingang zur Bahn 11 befindet, ist in geschlossenem Zustand Teil des Aus-Zauns und somit lt. Definition unbeweglich, auch wenn ein Teil von ihm beweglich ist; es darf also nicht geöffnet werden. Findet ein Spieler das Tor offen stehend vor, darf er es entweder in diesem Zustand belassen oder es schließen. Er darf es aber nicht in eine andere Position bringen.

      Dieses Verfahren gilt auch umgekehrt für das Spiel auf Bahn 14, wenn der Ball im Bereich der Bahn 9 (bzw. 10) landet.

      Übungsschläge

      Frage:

      Auf einer Runde findet ein Spieler auf Bahn 17 einen Rangeball auf dem Fairway. Darf er den Ball auf die Driving Range zurückschlagen oder zählt das als – nicht erlaubter – Übungsschlag?

      Antwort:

      Das beiläufige Zurückschlagen eines Balls auf den Übungsbereich oder zu einem anderen Spielen gilt nicht als Übungsschlag, wenn dies ausschließlich aus Höflichkeit geschieht – Regel 5.5a. Wird jedoch der Schlag in einer Art und Weise ausgeführt, die ersichtlich den Zweck des Übens hat (z.B. weil eine bestimmte Stelle auf der Driving Range anvisiert wird), so zieht sich der Spieler die Strafe von 2 Schlägen zu.

      Schläge zur Fortsetzung des Spiels an einem Loch, dessen Ergebnis bereits entschieden ist (also z.B. beim Spiel nach Stableford, wenn der Spieler an diesem Loch keinen Punkte mehr erzielen kann), sind keine Übungsschläge und führen deshalb nicht zu einer Strafe.

      Ball fällt vom Tee

      Frage:

      Ein Spieler führt auf dem Abschlag einen Schlag nach seinem Ball auf dem Tee aus. Kurz bevor er den Ball trifft, fällt dieser vom Tee. Zählt der Schlag und wie ist zu verfahren?

      Antwort:

      Ein Ball ist erst im Spiel, sobald der Spieler auf dem Abschlag einen Schlag ausgeführt hat. Nach Regel 6.2b(5) darf ein Ball, der nicht im Spiel ist, straflos wieder aufgesetzt werden, wenn er vom Tee fällt oder durch den Spieler vom Tee gestoßen wird. Wurde dabei jedoch ein Schlag nach dem Ball gemacht, so zählt dieser Schlag, aber Strafe kommt nicht hinzu.

      Wenn der Ball deshalb vom Tee fällt, weil der Spieler ihn beim Schlag leicht berührt hat, ist der Ball im Spiel.

      • Liegt der Ball nach dem Schlag außerhalb des Abschlags, muss der Spieler ihn spielen wie er liegt.
      • Liegt der Ball nach dem Schlag noch innerhalb der Abchlagfläche, darf der Spieler ihn straflos aufnehmen oder bewegen, und ihn nach Wahl auf ein Tee aufsetzen oder vom Boden spielen.

      Wenn der Ball durch einen Übungsschwung versehentlich bewegt wird, so hat der Spieler keinen Schlag ausgeführt (da zum Schlag die Absicht gehört, den Ball zu bewegen), und da der Ball nicht im Spiel war, zieht der Spieler sich keine Strafe zu.

      Anmerkung: Wird ein Ball anderswo als auf dem Abschlag durch einen Übungsschwung bewegt, zieht sich der Spieler einen Strafschlag nach Regel 9.4b zu, weil er seinen Ball im Spiel bewegt hat, und der Ball muss zurückgelegt werden.

      Verborgener Ball

      Frage:

      Ein Spieler führt einen Schlag nach seinem Ball im Rough aus und trifft dabei auch einen alten, aufgegebenen Ball, der unter seinem Ball verborgen war. Hat der Spieler einen falschen Ball gespielt, als er den verborgenen Ball traf?

      Antwort:

      Der Spieler führte einen Schlag nach seinem eigenen Ball aus, nicht nach dem verborgenen Ball. Folglich muss der Spieler seinen Ball spielen, wie er liegt, und zieht sich keinen Strafschlag  zu.

      Auch wenn ein Übungsschwung einen solchen verborgenen Ball trifft, gibt es keine Strafe, da der Spieler nicht die Absicht hatte, einen Schlag nach dem verborgenen Ball auszuführen. Er hat also weder einen Übungsschlag noch einen Schlag nach einem falschen Ball gespielt.

      Ball am Bunkerrand bewegt

      Frage:

      Ein Ball ist an der Kante eines Bunkers zur Ruhe gekommen. Als eine Person A nahe an ihm vorbeigeht, fällt der Ball in den Bunker. Wie ist zu verfahren?

      Antwort:

      Die Antwort hängt davon ab, ob A verursacht hat, dass der Ball sich bewegt. Ob dies der Fall ist, ist nach den näheren Umständen zu entscheiden. Wichtige Kriterien sind z.B. der Abstand zwischen A und dem Ball und die Beschaffenheit des Bodens. Wenn es weder bekannt noch so gut wie sicher ist, dass A die Bewegung des Balls verursacht hat, so wird der Ball behandelt, als sei er von Naturkräften bewegt worden.

      • Wenn A nicht verursacht hat, dass der Ball sich bewegt, so fällt keine Strafe an, und der Ball muss von der neuen Stelle gespielt werden (also aus dem Bunker).
      • Wenn A die Bewegung des Balls verursacht hat, so muss der Ball zurückgelegt werden.
        • Handelt es sich bei A um den Spieler, so zieht er sich einen Strafschlag zu – Regel 9.4b.
        • Ist A ein Gegner (im Lochspiel), so erhält dieser einen Strafschlag – Regel 9.5.
        • Ist A ein Mitbewerber (im Zählspiel) oder ein Zuschauer, so ist das Bewegen des Balles straflos – Regel 9.6.

      Ball am Flaggenstock

      Frage:

      Ein Ball wird von außerhalb des Grüns gechippt und kommt am Flaggenstock zur Ruhe. Als der Mitbewerber den Flaggenstock entfernt, fällt der Ball ins Loch. Gilt der Ball als eingelocht?

      Antwort:

      Der Spieler darf vor seinem Schlag entscheiden, den Flaggenstock im Loch zu belassen, oder einen bereits entfernten Flaggenstock ins Loch zurückstecken zu lassen – Regel 13.2a.

      Trifft der Ball den Flaggenstock, ist dies straflos, und der Ball muss gespielt werden, wie er liegt.

      Kommt der Ball am Flaggenstock zur Ruhe, so gilt er als eingelocht, wenn er sich teilweise unterhalb der Grünoberfläche befindet – Regel 13.2c.

      Wenn jedoch der Ball an dem im Loch befindlichen, unbedienten Flaggenstock zur Ruhe kommt, aber noch nicht eingelocht ist, so darf der Spieler (oder eine andere, von ihm ermächtigte Person) den Flaggenstock bedienen oder entfernen. Wenn der Ball sich dabei bewegt (gleich er ob ins Loch fällt oder sich vom Loch entfernt), so muss er straflos am Lochrand hingelegt werden – Regel 13.2c.

      Mäuselöcher und Maulwurfshügel

      Frage:

      Ein Ball kommt in einem Bereich zur Ruhe, in dem sich mehrere von Mäusen angelegte Erdgänge befinden. Der Ball ist spielbar, da er zwischen zwei Gängen auf „normalem“ Boden liegt, allerdings muss der Spieler für seinen nächsten Schlag seine Standposition auf einem solchen Laufweg beziehen. Welche Erleichterung ist erlaubt?

      Antwort:

      Auf unserem Platz sind Mäuse, Maulwürfe und andere Löcher grabende Tiere zahlreich vertreten. Zu einem solchen „Tierloch“ gehören lt. Definition

      • das von dem Tier aus dem Loch gegrabene Material
      • niedergetretene Spuren und Laufwege, die in das Loch führen
      • Boden, der durch das Tier hochgedrückt oder verändert wurde.

      Berührt der Ball des Spielers ein Tierloch bzw. liegt er darin oder darauf, oder beeinträchtigt das Tierloch den beabsichtigten Stand oder den Raum des beabsichtigten Schwungs des Spielers, so darf der Spieler straflose Erleichterung nehmen (ausgenommen, der Ball liegt in einer Penalty Area) – Regel 16.1a.

      Unbewegliches Hemmnis

      Frage:

      Ein Spieler spielt auf der Bahn 10 seinen 2. Schlag in Richtung des Herrenabschlags der Bahn 9, und der Ball kommt unter dem Abfallbehälter bei der Bank zur Ruhe. Wie ist das korrekte Verfahren der Erleichterung?

      Antwort:

      Das hier beschriebene Verfahren kann an allen Stellen angewendet werden, bei denen ein unbewegliches Hemmnis den Spieler behindert. Dazu gehören z.B.:

      • die Schutznetze an den Spielbahnen 1, 3, 5, 9, 10 und 18 (zum richtigen Verhalten am  Schutznetz hinter dem Grün der Bahn 5 siehe eigene Regelauslegung),
      • Bänke, Abfallkörbe, Abschlagtafeln, Schutzhütten, Strommasten,
      • Wege und Straßen mit künstlicher Oberfäche,
      • Pfähle zur Markierung eines Wasserhindernisses, sofern sie nicht beweglich sind (Achtung: Erleichterung darf nicht in Anspruch genommen werden, wenn der Ball in einer Penalty Area liegt!).

      Nicht zu den unbeweglichen Hemmnissen gehören alle Pfähle und Zäune, die Aus kennzeichnen (diese dürfen auch nicht entfernt werden!)

      Erleichterung von einem unbeweglichen Hemmnis darf genommen werden, wenn der Ball darin oder darauf liegt, oder wenn des Spielers Standposition oder sein Schwung dadurch behindert sind.

      In unserem Beispiel liegt der Ball im Gelände (also nicht in einem Bunker, auf dem Grün, im Abschlagbereich oder in einer Penalty Area). Bezugspunkt ist der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung. Der Erleichterungsbereich ist die Zone innerhalb einer Schlägerlänge um den Bezugspunkt, aber mit den Einschränkungen, dass

      • der Erleicherungsbereich ebenfalls im Gelände liegen muss,
      • der Erleichterungsbereich nicht näher zum Loch liegen darf als der Bezugspunkt,
      • und vollständige Erleichterung von jeglichen ungewöhnlichen Platzverhältnissen gegeben sein muss.

      Ball im Bunker unspielbar

      Frage:

      Ein Ball liegt im Bunker an einer Stelle, an der er nach Ansicht des Spielers unspielbar ist (z.B. knapp unterhalb der Bunkerkante, in einer nicht geharkten Fußspur). Welche Möglichkeiten hat der Spieler?

      Antwort:

      Zunächst einmal darf der Spieler überall auf dem Platz nach eigenem Ermessen einen Ball für unspielbar halten, ausgenommen der Ball liegt in einer Penalt Area.

      In diesem Fall (Ball liegt im Bunker) hat der Spieler folgende 4 Möglichkeiten:

      1. Er kann einen Ball so nahe wie möglich von der Stelle spielen, von der er den letzten Schlag gemacht hat ( O ) – 1 Strafschlag.
      2. Er darf einen Ball im Bunker auf der Verlängerung der Linie Fahne-Ball (X-Y), beliebig weit hinter dem Punkt, an dem der Ball lag, fallen lassen (im Bunker!) – 1 Strafschlag.
      3. Er darf einen Ball innerhalb von zwei Schlägerlängen von der Stelle, an der der Ball lag – aber im Bunker und nicht näher zum Loch – fallen lassen (A-B-X) – 1 Strafschlag
      4. Er darf einen Ball auf der Verlängerung der Linie Fahne-Ball, beliebig weit hinter dem Punkt, an dem der Ball lag, fallen lassen (außerhalb des Bunkers) – 2 Strafschläge.

        Chipper erlaubt?

        Frage:

        Ein Spieler benutzt während eines Turniers einen sog. „Chipper“. Ist der Einsatz eines solchen Schlägers erlaubt?

        Antwort:

        Laut Regel 4 dürfen bei einem Turnier dürfen nur Schläger benutzt werden, die den Ausrüstungsregeln entsprechen.

        Nach Punkt 4.d dieser Ausrüstungsregeln gilt, dass Schläger nur eine Schlagfläche haben dürfen. Ausgenommen sind Putter, wenn sie zwei gleiche Schlagflächen besitzen, die sich gegenüber liegen; allerdings dürfen Putter nur max. 10 Grad Loft haben.

        Das Mitführen eines nicht zugelassenen Schlägers (ohne ihn zu spielen) ist straflos, allerdings zählt ein solcher Schläger zur Maximalzahl von 14 Schlägern dazu.

        Die Strafe für einen Schlag mit einem nicht zugelassenen Schläger ist Disqualifikation.

        Bei Zweifeln sollte ein Spieler den R&A zu Rate ziehen bzw. sich vom Hersteller die Konformität des Schlägers mit den Regeln bestätigen lassen.

        Ball im Biotop, aber spielbar

        Ein Spieler schlägt an der Bahn 4 seinen Ball ans obere (grünseitige) Ende des Biotops, so dass der Ball zwar innerhalb der Grenzen des Biotops liegt, aber er eine Standposition einnehmen und den Ball spielen könnte. Da das Biotop nicht betreten werden darf, nimmt er Erleichterung derart, dass er den Ball innerhalb von 2 Schlägerlängen, außerhalb des Biotops, aber nicht näher zur Fahne fällen lässt und spielt. Ist dieses Vorgehen von den Regeln gedeckt?

        Antwort:

        Das Biotop an Bahn 4 ist zum einen Penalty Area, zum anderen Spielverbotszone.

        Wenn der Ball in einer Spielverbotszone innerhalb einer Penalty Area liegt, ist es dem Spieler nicht gestattet, den Ball zu spielen, er muss vielmehr mit Strafschlag Erleichterung nach Regel 17.1d nehmen, d.h. er muss

        • den Ball von der Stelle spielen, an der er den letzten Schlag gemacht hat, oder
        • den Ball von einer Stelle auf der Linie Fahne zum Kreuzungspunkt fallen lassen, an dem der Ball zuletzt die Grenze des Biotops überquert hat, beliebig weit zurück.

        Verfährt der Spieler wie in der Frage beschrieben, zieht er sich 2 Strafschläge für das Spielen vom falschen Ort zu – Regel 17.1e. Außerdem muss er seinen Fehler beheben, indem er einen neuen Ball regelkonform spielt; hierfür erhält er nach Regel 17.1d einen weiteren Strafschlag. Falls er den Fehler nicht behebt, ist er disqualifiziert.

        Übrigens: Wenn der Spieler den Ball von der ursprünglichen Position im Biotop spielt, zieht er sich wegen Verstoßes gegen die Platzregel eine Strafe von 2 Schlägen zu, da das Biotop Spielverbotszone ist und nicht betreten werden darf. Zusätzlich verstößt der Spieler gegen die gesetzlichen Vorschriften, weil er das geschützte Biotop betreten hat, und zieht sich die dafür vorgesehenen Disziplinarmaßnahmen zu.

        Brücke und Wege an den Bahnen 3 und 4

        Frage:

        Die Wege durch das Biotop an den Bahnen 3 und 4 wurde neu gestaltet, außerdem wurde die Platzregel, wonach der Weg Bestandteil des Platzes ist, gestrichen. Wie ist jetzt zu verfahren, wenn der Ball auf einem der Wege oder einer der Brücken liegt?

        Antwort:

        Ruht der Ball auf dem Weg vor oder hinter dem Biotop, so kann straflos Erleichterung nach Regel 16.1 genommen werden, da der Weg ein Hemmnis ist.

        Liegt der Ball aber auf dem Weg oder der Brücke innerhalb der Grenzen der Penalty Area, so darf der Spieler nach Regel 17.3 keine Erleichterung nehmen, vielmehr muss er

        • den Ball spielen wie er liegt, denn der Weg und die Brücke sind zwar Bestandteil der Penalty Area, aber nicht Teil der Spielverbotszone. Dabei gibt es keine Einschränkungen, wie der Ball gespielt werden darf  – Regel 17.1b, oder
        • mit Strafschlag einen Ball so nahe wie möglich der Stelle spielen, von der der ursprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde – Regel 17.1d(1), oder
        • mit Strafschlag einen Ball in beliebiger Entfernung hinter dem Biotop fallen lassen, wobei der Punkt, an dem der ursprüngliche Ball zuletzt die Grenze des Biotops gekreuzt hat, auf gerader Linie (X-Y) zwischen dem Loch und der Stelle, an der der Ball fallen gelassen wird, liegen muss. Ein Fallenlassen weiter rechts oder links, um die Behinderung durch Bäume oder Büsche im Biotop zu vermeiden, ist nicht erlaubt.

        Das gleiche Verfahren gilt im Übrigen auch für die Penalty Area an den Bahnen 11 und 14. Hier gibt es zusätzlich die Möglichkeit, den Ball zu spielen, wie er liegt, da es sich nicht um einen geschützten Bereich handelt.

        Bewegen eines Astes bei der Vorbereitung zum Schlag

        Frage:

        Ein Ball liegt nahe bei einem Busch. Der Spieler kann den Ball nur schlagen, wenn er einige Äste des Busches zur Seite drückt. Ist das nach den Regeln erlaubt?

        Antwort:

        Der Grundsatz lautet: der Spieler muss sich der Lage des Balls anpassen und nicht umgekehrt.

        Nach Regel 8.1 darf der Spieler zunächst einmal nicht „den Raum seines beabsichtigten Standes oder Schwungs“ verbessern, durch „Bewegen, Biegen oder Brechen eines wachsenden oder befestigten natürlichen Gegenstands „. Allerdings gibt es Ausnahmen: wenn das Bewegen eines Astes beim „redlichen Beziehen der Standposition“ geschieht, fällt keine Strafe an. Das redliche Beziehen bedeutet, dass der Ast nur soweit bewegt werden darf, dass der Spieler seinen Stand einnehmen kann; er darf den Ast nicht bewegen, um Raum für den Rückschwung oder den Schlag zu haben, oder den Ball besser sehen zu können.

        Bereich um das Grün der Bahn 5

        Frage:

        Wie verfahre ich richtig, wenn mein Ball im Bereich der Hecke oder des Schutznetzes hinter dem Grün der Bahn 5 liegt?

        Antwort:

        Es gibt keine Sonderregeln für diesen Bereich, d.h. die Hecke ist Bestandteil des Platzes und das Schutznetz ist unbewegliches Hemmnis.

        Der Ball kann in diesem Bereich an mehreren Stellen zu liegen kommen, die unterschiedlich zu behandeln sind (siehe Grafik):

        • Stelle A: vor oder unter der Hecke. Wenn der Ball so nahe an der Hecke liegt, dass er unspielbar ist, kann der Spieler nach Regel 19 mit Strafschlag
          • a) einen Ball von der Stelle des letzten Schlages spielen
          • b) einen Ball in der Verlängerung der gedachten Linie Fahne-Ball fallen lassen (d.h. in diesem Fall auf der anderen Seite der Hecke) und von dort weiterspielen (d.h. über die Hecke oder rechts bzw. links um die Hecke herum)
          • c) einen Ball im Bereich von bis zu 2 Schlägerlängen von der ursprünglichen Balllage entfernt, aber nicht näher zur Fahne, fallen lassen. In der Grafik ist der Bereich rot gekennzeichnet, aus dem hier gespielt werden kann.
        • Stelle B: hinter dem Netz, Schlag ist durch das Netz nicht behindert. Nach Regel 16.1 liegt keine Behinderung durch das Hemmnis vor, wenn es sich nur auf der Spiellinie befindet. Der Ball muss also über das Netz oder rechts bzw. links um die Hecke herum gespielt werden.
        • Stelle B: hinter dem Netz, Schlag ist durch das Netz behindert. Nach Regel 16.1 dürfte der Spieler jetzt eigentlich Erleichterung vom Hemmnis nehmen. Allerdings gibt es eine Ausnahme von dieser Regel; danach darf dann keine Erleichterung genommen werden, wenn es eindeutig unvernünftig wäre, den Ball zu spielen. Mit anderen Worten: wenn ein Schlag auch dann nicht sinnvoll ist, wenn das Netz nicht vorhanden wäre, wird die Erleichterung verwehrt, und es bleibt nur, den Ball für unspielbar zu erklären und nach den Möglichkeiten der Regel 19 zu verfahren. Ob dies der Fall ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Da die Hecke mittlerweile im unteren Bereich recht kahl ist, kann es durchaus sinnvoll sein, einen Chip zu spielen. Dann gilt das Verfahren wie an Stelle C.
        • Stelle C: Ball vor (C1) oder hinter (C2) dem Netz, ohne dass zusätzlich eine Behinderung durch die Hecke vorliegt. In diesem Fall trifft die Ausnahme von Regel 16.1 nicht zu, und der Spieler darf straflos Erleichterung vom Schutznetz nehmen.

        Elektronische Hilfsmittel

        Frage:

        Ich habe gehört, dass man auf der Runde jetzt Smartphones verwenden darf. Stimmt das?

        Antwort:

        Regel 4 unterscheidet weniger nach den Geräten, sondern nach der Verwendung, und macht keine generellen Vorgaben, sondern erklärt an Hand von Beispielen erlaubte und unerlaubte Handlungen.

        Da die Spielleitung die Nutzung von Erntfernungsmessern, Audio- und Videogeräten einschränken kann, ist es wichtig, sich über die jeweils gültigen Platzregeln zu informieren.

          Ball im Biotop an Bahn 4?

          Frage:

          Ein Spieler schlägt seinen 2. Ball an der Bahn 4 an den oberen Rand des Biotops. Es ist unklar, ob der Ball das Hindernis überquert hat oder nicht. Darf der Spieler einen provisorischen Ball spielen?

          Antwort:

          Nach Regel 18.3a darf kein provisorischer Ball gespielt werden, wenn der ursprüngliche Ball nur in einer Penalty Area verloren sein kann. Von dieser Regel darf aber durch eine Platzregel abgewichen werden. Diese Platzregel haben wir für unseren Golfplatz seit mehreren Jahren in Kraft, um das Spiel zu beschleunigen. Es sollte also, um Zeit zu sparen, ein provisorischer Ball gespielt werden, wenn der ursprüngliche Ball nicht sicher das Biotop überquert hat!

          Der provisorische Ball darf nach Wahl des Spielers von 2 Stellen aus gespielt werden:

          • von der Stelle aus, von der der ursprüngliche Ball gespielt wurde,
          • da es sich um eine gelbe Penalty Area handelt, nach 17.1d(2) auf der – gedachten – Linie von der Fahne durch den Punkt, an dem der Ball zuletzt die Grenze zum Biotop gekreuzt hat.

          Die nebenstehende Abbildung verdeutlicht diese Alternative: Das ‚X‘ markiert den Kreuzungspunkt, an dem Ball zuletzt die Grenze zum Biotop (gedachte Linie durch die gelben Pfosten) überschrittten hat. Der Ball kann beliebig weit zurück auf der gestrichelten Linie X-Y, also in Verlängerung der Strecke Fahne-X, fallen gelassen werden. Ein Ausweichen nach rechts oder links – auch wenn ein Baum oder Busch im Biotop auf der Spiellinie steht – ist nicht erlaubt!

          Wird der ursprüngliche Ball im Biotop gefunden oder aber innerhalb von 5 Minuten gar nicht gefunden, so wird der provisorische Ball zum Ball im Spiel.

          Wird der ursprüngliche Ball außerhalb des Biotops gefunden, so muss der provisorische Ball aufgegeben und mit dem ursprünglichen Ball weitergespielt werden.

          Hinweis: die beiden Spielmöglichkeiten für den provisorischen Ball gelten auch für einen neuen Ball, der für einen Ball eingesetzt wird, von dem bekannt oder so gut wie sicher ist, dass er im Biotop liegt.

            Ball im Heu – was tun?

            Frage:

            In der Heuerntezeit passiert es leicht, dass der Ball nach dem Schlag in dem Bereich zur Ruhe kommt, in dem Heu gemacht wurde. Wie ist zu verfahren, wenn der Ball auf dem Heu zu liegen kommt? Und was ist zu tun, wenn der Ball nicht gefunden wird?

            Antwort:

            Da die Rough-Flächen vom Eigentümer des Geländes zur Heuernte genutzt werden, ist das Schnittgut zum Abtransport bestimmt und demnach lt. Definition „Boden in Ausbesserung“.

            Fall 1: Der Ball wird im Heu gefunden.

            a) Wenn der Stand oder Schwung des Spielers durch das Heu nicht behindert sind, kann der Spieler den Ball spielen wie er liegt. Da ‚Schnittgut‘ ein loser hinderlicher Naturstoff ist, darf es nach Regel 15.1 straflos fortbewegt werden.

            b) Wenn Stand und/oder Schwung des Spielers behindert sind, darf der Spieler Erleichterung nach Regel 16.1b in Anspruch nehmen (Fallenlassen innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt der Erleichterung, nicht näher zur Fahne).

            Fall 2: Der Ball wird im Heu nicht gefunden.

            Zunächst muss geklärt werden, ob der Ball tatsächlich im Heu ist; dies ist eine Frage der Umstände (es ist zum Beispiel bekannt, wenn ein Mitspieler dies gesehen hat).

            Falls es bekannt oder so gut wie sicher ist, dass der Ball in diesem Bereich ist, darf der Spieler Erleichterung nach Regel 16.1b in Anspruch nehmen. Dazu muss zunächst die Stelle geschätzt werden, an der der Ball zuletzt die äußere Begrenzung des Schnittgut-Bereichs gekreuzt hat. Der Spieler darf dann nach Regel 16.1e straflos einen neuen Ball innerhalb einer Schlägerlänge von dieser Stelle (nicht näher zum Loch) fallenlassen.

            Fehlt es an der Kenntnis oder Gewissheit, dass der Ball tatsächlich im Heu ist (weil z.B. der Bereich sehr nah an der Ausgrenze liegt und deshalb der Ball auch im Aus sein kann), so ist nach Regel 18 zu verfahren (Spielen von der Stelle des letzten Schlages mit Strafschlag und Distanzverlust).